"Begeisterndes Fest des Glaubens gefeiert"

Mit einem Gottesdienst und einem gemeinsamen Mahl auf dem Domplatz sind am 28. September die Feiern zum 750-jährigen Jubiläum des St.-Paulus-Doms in Münster zu Ende gegangen. Die Veranstalter gehen davon aus, dass gut 50.000 Gläubige zu dem dreitägigen Fest kamen. Knapp 20.000 Besucher bestaunten alleine die Illumination des Doms "Son et Lumière", jeweils rund 10.000 waren beim Nachtleben im Dom und beim Konzert mit Adel Tawil dabei, den Abschlussgottesdienst feierten rund 5.000 Gläubige und über 3.000 waren am Samstagabend zum Taizé-Gebet in den Dom gekommen. Münsters Bischof Dr. Felix Genn sprach in einer ersten Bilanz davon, dass es gelungen sei, ein "begeisterndes Fest des Glaubens zu feiern".

"Sicher sind die Menschen im Glauben gestärkt wieder in ihre Pfarreien zurückgekehrt. Die Gemeinschaft der Gläubigen tut einfach gut. Wir konnten beim Domjubiläum Kirche ganz konkret als lebendige, freundliche, hilfreiche, tröstliche und bestärkende Gemeinschaft erleben", sagte der Bischof. Er dankte allen, insbesondere den rund 300 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, "ohne deren großartigen Einsatz wir dieses Fest nicht so hätten feiern können wie wir es getan haben." Und Dompropst Kurt Schulte, ‚Hausherr’ des St.-Paulus-Doms, ergänzte, dass es gelungen sei, das Motto des Jubiläums "Willkommen im Paradies" in die Praxis umzusetzen: "Immer wieder wurde mir gesagt, dass die Menschen sich wohl bei uns gefühlt haben. So wollen sie und so wollen auch wir Kirche erleben: einladend, am Puls der Zeit, mit vielfältigen geistlichen und geistigen Angeboten, kritischen Themen nicht ausweichend, die Menschen am Rande unserer Gesellschaft nicht vergessend, vor allem aber auch: feiernd, fröhlich und gut gelaunt. Das Domjubiläum wird allen sicher noch lange in Erinnerung bleiben."

Im Gottesdienst zum Abschluss des Jubiläums betonte Bischof Genn in seiner Predigt, dass der St.-Paulus-Dom für viele Münsteraner eine "lebendige Bedeutung" habe. Er ging auf das Motto "Son et lumière" ein, unter dem der Dom am Freitag- und Samstagabend spektakulär in Szene gesetzt worden war. "’Son et lumière’ wollte auf jeden Fall in diesen Tagen darauf hinweisen, dass der Dom auch als steinernes Bauwerk nach Jesus tönen und sein Licht vermitteln kann", sagte der Bischof. Zugleich griff auch er das Leitwort des Jubiläums "Willkommen im Paradies" auf: "Das ist nicht die Vertröstung ins Jenseits, sondern das ist die Einladung, willkommen zu sein bei dem, der uns sucht: Jesus, der in einer Krippe geboren wird und der am Kreuz stirbt und von Gott als Auferstandener bestätigt wird." Zwar sei dies sicher eine Jubiläumsstimmung, das Licht sei verdeckt und die Alltagstöne klängen anders angesichts der "Finsternis vieler Skandale, Missbräuche, Fehler, Ungerechtigkeiten und Sünden", räumte der Bischof ein. Aber Gott wolle bei dieser Kirche zu Gast sein, "deren Gewand weitaus weniger schön ist als das Gewand unseres Domes." Darin wolle er bleiben. In ihr wolle er allen sagen: "Ich bin gekommen, nicht um zu verderben, sondern um zu retten, was verloren ist." Dennoch, so sagte Bischof Genn weiter, stehe die Kirche dafür ein, "trotz und in unserer Schwäche, paradiesische Zustände zu ermöglichen im Jetzt und Hier unserer Gegenwart, in den Gemeinden vor Ort." Bischof Genn: "Wir stehen dafür, lokal unsere Kirche zu entwickeln mit den Optionen, die unser Pastoralplan bezeichnet: Die Gnadengaben zu entdecken, um sie fruchtbar zu machen in der Verbreitung des Glaubens, der Feier der Gottesdienste und nicht zuletzt, sondern zuerst im Dienst an der Versöhnung, dem Frieden und den Ärmsten der Armen." Der Bischof betonte, dass es heute längst nicht mehr selbstverständlich sei, der Kirche anzugehören. Vielmehr werde dies mehr und mehr zu einer bewussten Entscheidung. "Deshalb braucht es mehr denn je die lebendigen und beweglichen Dome, die jeder Einzelne von uns darstellt", sagte er.

Der Bischof warb auch dafür, dass die Christen ihren gesellschaftlichen und politischen Auftrag wahrnehmen sollten. Dabei erlebe man gleichwohl auch die Ohnmacht, "nichts unmittelbar bewirken zu können". In diesem Zusammenhang erinnerte der Bischof an die Situation in der Ukraine, im Irak und in den Ebola-Gebieten in Afrika. Er rief die Gläubigen dazu auf, für die Menschen in diesen Kriegs- und Krisengebiete zu beten. Aber auch in Deutschland selbst stellten sich den Christen Herausforderungen, etwa im Blick auf Fragen um den Anfang und das Ende des Lebens. Zu Unrecht werde die Kirche hier mitunter als "Nein-Sager" hingestellt. Es gehe um das genaue Gegenteil: "Wir verteidigen Gottes ‚Ja’ zum Leben, Gottes ‚Ja’ zu jedem von uns. Selbstverständlich müssen wir deshalb den assistierten Suizid ablehnen", betonte der Bischof. Zugleich bedeute Christsein jedoch auch, dass Menschen, die sich in einer solchen Grenzsituation befänden Christen, "als einfühlsame, hörende und verständnisvolle Mitmenschen erleben, die nicht verurteilen, sondern sich vielmehr zuwenden." Wer eine solche, liebevolle Zuwendung erfahre, wie sie beispielsweise in der Hospizarbeit gelebt werde, für den könne sich auch neu eine Tür öffnen für das große "Ja" zum Leben, sagte Bischof Genn.

Im Anschluss an den Gottesdienst versammelten sich die Gläubigen zum gemeinsamen Mahl auf dem Domplatz. Viele hatten hierzu Essen und Getränke für die Tischgemeinschaft mitgebracht: Kuchen, Gebäck, Obst, Salat und Gemüse. Brot, Wein und alkoholfreie Getränke wurden vom Domkapitel gestiftet. Die Mitglieder des Domkapitels mischten sich auch unter die freiwilligen Helferinnen und Helfer, die den Gläubigen Brot und Getränke an die Tische brachten.

Mit der Feier der Vesper vor dem ehemaligen Hochaltar im Westchor des Doms, wo sich während des Domjubiläums erstmals nach viele Jahrzehnten wieder der Reliquien- und Domschatz präsentierte, endeten am Nachmittag die Feiern zum 750-jährigen Domjubiläum.

Alle Informationen, viele Fotos und Videos zum Domjubiläum finden sich im Internet unter www.domjubilaeum.de sowie auf der kostenlosen Domjubiläum-App.

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